GALK u. BdB stellen Bäume mit höherer Überflutungstoleranz vor
Die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) e.V. und der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. haben gemeinsam eine Broschüre erarbeitet, in der ausgewählte Baumarten vorgestellt werden, die eine erhöhte Toleranz gegenüber zeitweiser Überflutung aufweisen. Vor dem Hintergrund des Ausbaus grün-blauer Infrastrukturen wird ihre Bedeutung für die zukünftige Stadtentwicklung weiter zunehmen. Die Broschüre trägt den Titel „Überflutungstolerante Bäume“.
Tilia europea Pallida, Dresden, Stuebelallee; Foto: Steffen Löbel, 2014 Die positiven Wirkungen von Bäumen und Gehölzen im urbanen Raum sind allgemein bekannt und geschätzt. Die in den vergangenen Jahren zunehmend auftretenden klimatischen Veränderungen – insbesondere lang anhaltende Hitze- und Trockenphasen in Kombination mit häufiger werdenden Starkregenereignissen – rücken das Konzept der „Schwammstadt“ verstärkt in den Fokus einer nachhaltigen Stadtplanung. Kommunen und Planende verfolgen unterschiedliche Ansätze, um Niederschlagswasser in der Stadt zurückzuhalten und gleichzeitig kühlende Effekte zu erzielen. Ziel ist es, stark aufgeheizte Stadtquartiere lebenswerter zu gestalten und gesundheitliche Belastungen für die Bevölkerung zu reduzieren.
Mit der Neuauflage des Aktionsprogramms „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ und den dazugehörigen Förderinstrumenten werden wichtige Impulse für die Umsetzung naturbasierter, klimaangepasster und wassersensibler Gestaltungsansätze gesetzt. Bäume nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein, da sie durch Verdunstung und Verschattung erheblich zur Abkühlung beitragen und dem urbanen Wärmeinseleffekt entgegenwirken.
Werden künftig größere Mengen Regenwasser gezielt in Mulden und Rigolen geleitet, in denen Gehölze und Bäume stehen, kann dies jedoch zu Staunässe und Sauerstoffmangel im Wurzelraum führen. Aus baumfachlicher Sicht ist dies kritisch zu bewerten, denn grundsätzlich sind Versickerungsanlagen keine Baumstandorte – ebenso wenig sind Baumstandorte als Versickerungsanlagen konzipiert.
Um für zukünftige Planungen und Umsetzungen eine fachlich belastbare Entscheidungsgrundlage zu schaffen, ist es daher erforderlich, baumbiologische Anforderungen und wasserwirtschaftliche Zielsetzungen sorgfältig zu prüfen und gegeneinander abzuwägen. Dies gewinnt insbesondere vor dem Hintergrund an Bedeutung, dass hier unterschiedliche Interessenlagen aufeinandertreffen und Fehlentscheidungen nicht selten auf fehlende Erfahrung, Fehleinschätzungen oder wirtschaftliche Zwänge zurückzuführen sind.
Die vorliegende Broschüre wird Planenden und Kommunen eine praxisnahe Orientierung bei der Auswahl solcher Baumarten bieten, die temporäre Überflutungen ihrer Standorte besser verkraften können. Die Pflanzung von Stadtbäumen soll damit noch besser an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst und nachhaltige Lösungen für eine wassersensible Stadtentwicklung gefördert werden.


