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 Asiatischer Laubholzbockkäfer
 Larve
 Starker Fraßschaden
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Der Asiatische Laubholzbockkäfer Anoplophora glabripennis
Der nachstehende Text und die Abbildungen stammen von der Forstl. Bundesversuchsanstalt -Waldforschungs-zentrum- in Wien. www.fbva.forvie.ac.at
Der asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) gilt zurzeit als gefürchtetstes holzzerstörendes Insekt und wurde im Juli 2001 erstmals in Europa an Ahornbäumen in Braunau am Inn (Oberösterreich) entdeckt. Die Heimat des ALB ist Asien (China, Korea, Taiwan). Wahrscheinlich wurde der Käfer von dort mit befallenem Verpackungsholz eingeschleppt. Seine im Stamm verschiedener Laub-bäume fressenden Larven verursachen nach 1-2jähriger Entwicklung das Absterben der Bäume.
Seine Wirtsbäume sind in China Pappelarten (P.nigra, P.deltoides.), Weide, Ahorn, Erle, Apfel, Mehlbeere, Platane, Kirsche, Birne, Robinie, Sophora und Ulme.
In den USA tritt er besonders an Ahornarten und Rosskastanie auf, aber auch an Birke, Esche, Mehlbeere, Tulpenbaum, Pappel und Weide.
Der Käfer ist schwarz mit unregelmäßig verteilten weißen Flecken und langen,
schwarzweißen Fühlern (bei Männchen ca. 2,5fache Körperlänge, bei
Weibchen ca. 1,3fach).
Der Käfer fliegt von Juni bis Ende Sept./Okt. und ist nach Literaturangaben kein guter Flieger. Nach Beobachtungen des Waldforschungszentrums Wien kann der ALB aber durchaus einige hundert Meter fliegend zurücklegen.
Seine ca. 30 Eier legt das Weibchen einzeln in eingeritzte Taschen an Astverzweigungsstellen
und bei schwächeren Bäumen am Stamm. Nach zwei Wochen schlüpfen die Larven, die zunächst im Kambialgewebe später im Holz fressen. Bei einer Entwicklungszeit von 1-2 Jahre durchlaufen sie 11 Larvenstadien. Die beinlosen, creme-farbenen Larven werden bis zu 5 cm lang und 1 cm dick.
Die Eiablagestellen der Käfer ist am Stamm und im Kronenansatzbereich als Nagestellen in der Rinde erkennbar, später am Gummifluß. Der Larvenfraß ist als grobspäniges Bohrmehl am Stammfuß oder an Rindenschadensstellen zu erkennen.
Welkesymptome und Vitalitätsschwächungssymptome (schüttere Belaubung, Blattvergilbung) treten bei starkem Befall und oft erst gegen Ende der Entwicklung auf; dann sterben die Bäume auch ab. Beim Durchschneiden des Holzes zeigen sich riesige Bohrgänge (DM 1-3 cm) im gesamten Holzkörper (Stammbereich und Krone).
Verwechslungsmöglichkeiten Bei Fraßbild oder Larven bestehen gewisse Verwechs-lungsmöglichkeiten zum Pappelbock und Weidenbohrer.
Gegenmaßnahmen Bei einem erkannten Befall ist wegen der unkalkulierbaren Risiken zu überlegen, alle Laubbäume im Umfeld der Befallsstelle prophylaktisch zu fällen und das Holz zu schreddern. Da der Käfers nicht sehr weit fliegt, besteht so die hoffnung, die Ausbreitung zu unterbinden.
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 Abgestorbener Baum nach Befall durch Agrilus sinuatus
 Schlupflöcher von Agrilus sinuatus
 Von Agrilus sinuatus besiedelter und geschädigter Baum |
Der Birnbaumprachtkäfer Agrilus sinuatus
Der nachstehende Text und die Fotos (Dieter Bringmann) werden vom Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege Rostock bereitgestellt. Amt 67
In der Bundesrepublik Deutschland kommen ca. 78 verschiedene, größtenteils lt. Bundesnaturschutzgesetz geschützte Prachtkäferarten vor. Sie sind überwiegend wärmeliebend, weshalb die Mehrzahl in den südlichen und mittleren Bundesländern verbreitet ist.
In den letzten Jahren nehmen in unseren Städten Schäden durch Prachtkäfer zu, besonders auffällig durch den Birnbaumprachtkäfer (Agrilus sinuatus), der insbesondere Baum-Rosacaeen wie Crataegus, Malus, Pyrus und Sorbus besiedelt.
Der etwa 10 mm große Birnbaumprachtkäfer ist kupferfarben-metallisch glänzend und hat kurze Fühler. Er befällt geschwächte od. gestresste Bäume, die entsprechende Duftstoffe aussenden, wodurch die Weibchen zur Eiablage angelockt werden. Die Larven minieren an Jungbäumen im Stamm, an Altbäumen zunächst unter der Rinde (Bastschicht) von Ästen. Später dringen sie in den Holzkörper (Splintschicht) ein, um sich zu verpuppen. Die Entwicklung dauert ein Jahr. Je nach Witterungsverlauf erscheinen die voll entwickelten Käfer von Mai bis Juni.
Hauptwirt sind Crataegus-Arten. Der Befall wird meist sehr spät erkannt, wenn bereits Welkeerscheinungen auftreten. Wichtiges Erkennungsmerkmal sind querovale Löcher in der Rinde des Stammes oder stärkerer Äste. Unter der Rinde befinden sich die zickzackartigen Fraßgänge der Larven. Bei Befall führt an Altbäumen meist zum Absterben einzelner Äste und Kronenpartien. Bei starkem Befall des Stammes, häufiger bei Jungbäumen, stirbt der Baum komplett ab.
Gegenmaßnahmen
Wichtigste Maßnahme ist die Vorsorge z.B. durch beste Standortbedingungen. Bei Befall an Altbäumen sind lediglich die betroffenen Äste zu entfernen. Leider fallen dem Birnbaumprachtkäfer immer häufiger ganze Pflanzungen zum Opfer oder Jungbäume müssen mehrfach ausgewechselt werden. Da der Käfer auch vor Baumschulen nicht Halt macht, kann er auch über diesen Weg eingeschleppt werden. Bei der Prüfung von Baumschulware ist daher vermehrt auf Befallssymptome zu achten.
Da es sich um eine sehr wärmeliebende Art handelt und der Befallsdruck immer mehr mit langen Hitzeperioden in Zusammenhang gebracht wird, sollte künftig auch über die Verwendung bestimmter Baumarten nachgedacht werden. So pflanzt das Amt für Stadtgrün Rostock seit einigen Jahren keine Crataegus-Arten mehr.
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 Abb. 1: Kahlfraß durch Befall mit Eichenprozessionsspinner
 Abb. 2: Absaugung der Raupennester am Stamm, Pflanzenschutzamt Berlin
 Abb. 3: Gespinnstnest des Eichenprozessionsspinners
 Abb. 4: Beispiel eines Spezialsauggerätes |
Eichenprozessionsspinner Thaumetopoea processionea L.
Der nachstehende Text stützt sich auf Erfahrungsberichte aus den Kommunen Nürnberg, Stuttgart, Berlin und Mannheim.
Vorgeschichte
Seit Mitte der 1990er Jahre bereitet der Eichenprozessionsspinner in Süddeutschland den betroffenen Kommunen große Probleme, bei starkem Befallsanstieg nach dem extrem trocken-warmen Sommer 2003. Einerseits werden die heimischen Eichenarten beeinträchtigt, andererseits gefährden die Gifthaare der Raupen die Gesundheit der Menschen.
Schaderreger
Der Eichenprozessionsspinner ist ein sommeraktiver Nachtfalter. Anfang Mai schlüpfen die Jungraupen, die bis zur Verpuppung sechs Larvenstadien durchlaufen. Ab Stadium 3 (Mai/Juni) werden mikroskopisch feine Gifthaare mit hoher Haltbarkeit entwickelt. Sie besitzen Widerhaken, brechen leicht ab und können sich bei trockenem Wetter über weite Strecken verbreiten. Im späten Larvenstadium legen die Raupen die typischen Gespinstnester in Astgabeln oder auf den Stämmen ab (Abb. 3), die nachts zur Nahrungsaufnahme in langen, mehrreihigen 'Prozessionen' verlassen werden. Die Verpuppung erfolgt in diesen Raupennestern, in denen sich die gefährlichen Haare befinden, die über lange Zeit Ihre allergische Wirkungen behalten.
Die Eichen besitzen ein hohes Regenerationsvermögen, weshalb selbst bei Kahlfraß (Abb. 1) eher geringe Schäden bleiben. Zu Vitalitätseinbußen führen erst mehrmalige Kalamitäten in Folge. Von weitaus größerer Bedeutung sind die gesundheitlichen Gefahren, die für den Menschen von den Gifthaaren ausgehen. Sie lösen starke allergische Reaktionen aus.
Folgende Krankheitserscheinungen können auftreten:
Juckende, entzündliche Hautreaktionen: Besonders betroffen sind dünne Hautpartien im Gesicht, am Hals und an den Arminnenseiten. Diese Hautreaktionen dauern ca. 7-14 Tage, wobei alle Hautpartien betroffen sein können, die nicht geschützt waren.
Entzündungen der Atemwege: Die Gifthaare sind lungengängig. Es kann zu Entzündungen im Rachenraum, zu Schwellungen der Nasenschleimhäute, zu Bronchitis, zu asthmatischen Symptomen bis hin zum allergischen Schock kommen.
Entzündungen der Augen: Es können Bindehautentzündungen, Schwellungen der Augenlider etc. auftreten. Dringen die Gifthaare ins Augeninnere ein, kann dies zu schweren Entzündungen führen.
Alle Krankheitserscheinungen können von Schwindel, Fieber, Müdigkeit und allgemeinem Krankheitsgefühl begleitet sein. Daher sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht und auf den Kontakt mit den Raupenhaaren hingewiesen werden sollte.
Gegenmaßnahmen
Neben dem Einsatz von Bioziden, z.B. mit dem Wirkstoff Diflubenzuron, gibt es weitere Bekämpfungsmaßnahmen:
| · Vermeidung bzw. Sperrung von befallenen Arealen: |
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- Diese wirkungsvolle Maßnahme ist in Städten schwer durchzusetzen, da sie ein hohes Maß an Aufklärungsarbeit und intensiver Bürgerinformationen erfordert |
| · Mechanische Bekämpfung: |
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- Entfernung der Nester durch Wasserstrahl oder Abflammen
- Absaugen der wandernden Raupen (Abb. 2)
- Anbringung von Leimstreifen am Baumstamm
- Einsatz von Bindemitteln
- Entfernung der verlassenen Nester |
| · Biologische Bekämpfung: |
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- Ausbringung von Bacillus thuringiensis var. kurstaki |
mehr Details über die Schwächen und Stärken der Bekämpfungsmöglichkeiten >>
Konsequenzen für die Kommunen
Da alle Bekämpfungsmethoden Vor- und Nachteile haben, werden in vielen Kommunen unterschiedliche Maßnahmen gleichzeitig angewendet. In Nürnberg und Berlin werden ausschließlich die verschiedenen mechanischen, in Stuttgart und Mannheim sowohl mechanische als auch biologische Bekämpfungsmethoden angewandt. In den genannten Kommunen wird die Ausführung überwiegend an Fremdfirmen vergeben. Nürnberg und Stuttgart haben einen großen Bestand an einheimischen Eichen und leider auch einen hohen Befall des EPS zu verzeichnen, sodass hier jährlich erhebliche Haushaltsmittel für die Bekämpfung bereitgestellt werden müssen. In Stuttgart werden derzeit die befallenen Eichen kartiert, damit die Bekämpfung im Frühjahr schneller und gezielter erfolgen kann.
Für eine rechtzeitige Bekämpfung müssen die betroffene Kommune schon im Mai einen hohen Kontrollaufwand betreiben. Eine intensive Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld ist unverzichtbar und oftmals sind auch zeitaufwendige Erläuterungen vor Ort notwendig. Die Stadt Stuttgart hat hierzu eigens ein Flugblatt zur Bürgerinformation erarbeitet, das über die Bezirksämter, das Rathaus oder das Gesundheitsamt verteilt wird.
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 Adulte Malvenwanze. Unter dem Kopf ist der Saugrüssel sichtbar
 Kolonie von adulten Tieren (mit silbrigen Flügelmembranen) und Larven (rot und flügellos)
 Starke Kolonie an einem Lindenast |
Die Malvenwanze Oxycarenus lavaterae
Der nachstehende Text und die Abbildungen sind in Gemeinschaftsarbeit der Stadtgärtnerei Basel und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft verfasst. www.wsl.ch
Vor allem im Herbst und Winter tritt die Malvenwanze in oft großen Ansammlungen von rot gefärbten und silbern glänzenden Wanzen an Stämmen und Ästen der Linde auf.
Die Malvenwanze ist eine mediterrane Art. Die Larven sind flügellos und auffällig rot gefärbt, die adulten Tiere sind schwarz/rot gefärbt und ihre Flügelmembranen glänzen silbern. Larven und Adulttiere saugen an Trieben und Ästen, in Mitteleuropa vor allem an Linden.
Die Wanzen halten sich in grossen Kolonien an der Rindenoberfläche auf. Wenn die Kolonien durch die Vermehrung grösser werden, spalten sich neue Kolonien ab. Im Sommer saugen sie in der Baumkrone, im Herbst sammeln sie sich am Stamm und an dicken Ästen zum Überwintern.
Für die befallenen Bäume stellt der Befall kein spezielles Risiko dar.
Sie werden allerdings bei länger dauerndem starkem Befall geschwächt.
Von grösserer Bedeutung ist die Belästigung von Personen durch die
Massenvermehrungen. Die Kolonien können im Herbst auf Parkbänken,
an Fassaden und Balkonen zu finden sein, selbst in Wohnungen dringen
sie ein. Ausser ihrem unangenehmen Geruch sind sie jedoch
harmlos.
Verwechslungsmöglichkeiten
Verwechslungsmöglichkeiten bestehen zur Feuerwanze. Sie ist ebenfalls häufig bei Linden anzutreffen, jedoch eher am Boden. Sie ist rot gefärbt und weist zwei schwarze Punkte und weitere schwarze Flecken auf.
Gegenmaßnahmen
Aus Sicht der Baumgesundheit sind keine Massnahmen nötig. Im
Siedlungsraum können sowieso keine Pestizide eingesetzt werden. Mit Wasser
abgespritzte Stämme werden schnell wieder besiedelt.
Die Malvenwanze ist im Zuge der Klimaerwärmung über den Balkan und
Österreich nach Mitteleuropa eingewandert. Sie trat im Herbst 2004
in der Stadt Basel erstmals mit einer Massenvermehrung in Erscheinung.
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 Adulter Falter.
 geöffnete Puppenwiege mit Puppe in einem Kastanienblatt
 Schadbild durch Larvenfraß der Rosskastanien-Miniermotte
 Schadbild durch den Blattbräune-Pilz Guignardia aesculi |
Die Rosskastanien-Miniermotte Cameraria ohridella
Der nachstehende Text und die Abbildungen sind im Rahmen des HAM-CAM-Projektes (Hamburger Cameraria Projekt) entstanden. Bäume in Hamburg
Rosskastanien zählen zu den auffälligsten und beliebtesten Straßen- und Parkbäumen. Aber in den letzten Jahren geben vor allem die weißblühenden Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) schon im Sommer ein trauriges Bild ab, ihre Blätter sind fleckig oder bereits braun und fallen ab.
Übeltäter ist die Rosskastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella), die erstmals 1984 in Mazedonien nachgewiesen wurde. Mit dem Fern- und Güterverkehr hat sie sich Jahr für Jahr weiter verbreitet, was ihr den Spitznamen 'Trampermotte' eingebracht hat. Es muss mit ihrer weiteren Ausbreitung gerechnet werden.
Biologie
Wie bei vielen eingeschleppten Schädlingen fehlen der Rosskastanien-Miniermotte bei uns die natürlichen Feinde und die Ausbreitung erfolgt nahezu ungehindert. Aus den im Falllaub überwinternden Puppen schlüpfen im Mai die ersten Miniermotten und legen zwischen 30 und 50 Eier auf den jungen Kastanienblättern ab. Sobald die Larve schlüpft, bohrt sie sich unter die Epidermis und frisst das Zellgewebe zwischen Blattober- und Unterhaut. Dabei entstehen typische Fraßminen, die sich mit der Zeit bis an die Blattadern ausweiten. Hier verpuppt sich die Larve für ca. 12 Tage bis der neue Schmetterling schlüpft. So bringt es die Trampermotte im Jahresverlauf im Norden auf drei, im Süden ggf. auf vier Generationen. Wenn sich während des Sommers die zweite und dritte Generation überlagern, erreicht der Befall seinen Höhepunkt. Trotzdem werden Kastanien nicht aus dem Stadtbild verschwinden.
Verwechslungsmöglichkeiten
Ähnliche Symptome bei der Rosskastanie verursacht auch ein Blattbräunepilz (Guignardia aesculi), wobei die Blattflecken jedoch über die Blattadern hinaus gehen. Der Pilz hat das gleiche Verbreitungsgebiet und tritt allein oder gemeinsam mit der Motte auf. Während sich der Befall durch die Motte von der unteren Krone nach oben ausbreitet, beginnt der Pilzbefall im oberen Kronenbereich.
Gegenmaßnahmen
Im Stadtgebiet kann der Schädling selbstverständlich nicht mit Giften bekämpft werden. Da auch keine vorbeugenden Maßnahmen bekannt sind, bleibt die einzige Bekämpfungsmethode, das abfallende Laub vollständig zu entfernen. Auch mit dieser Methode werden wir den Schädling nicht wieder los, aber der Befallsdruck sinkt deutlich. Weil der Höhepunkt des Mottenbefalls erst spät im Sommer liegt, können die Kastanien bis dahin ausreichend Kraft sammeln, um auch nach mehreren Befallsjahren noch kräftig auszutreiben. Allerdings werden geschwächte Bäume empfindlicher gegen weitere Schädlinge und Krankheiten, weshalb wir den Schädling sehr ernst nehmen müssen.
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 Besiedelte Bäume, 2009.
 Befallener Baum einer Weihnachts-baumkultur, 2009.
 Schadbild in Detailansicht
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Die Sitkafichtenlaus (Fichtenröhrenlaus) Elatobium abietinum
Der folgende Text und die Fotos sind im Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege Rostock entstanden. (Text: Steffie Soldan, Fotos: Dieter Bringmann und Jörg Hamuth; Rostock 2009).
In den vergangenen 2 Jahren bestimmten kahle und verbräunte Fichten das Bild in vielen Rostocker Vorgärten und Waldflächen. Ursache war die Sitkafichtenlaus oder Fichtenröhrenlaus (Elatobium abietinum). Diese ist in Nordamerika heimisch und wurde Anfang der 60er Jahre aus den USA eingeschleppt. Mittlerweile kommt sie in weiten Teilen Europas vor.
Zu den Wirtspflanzen gehört fast ausschließlich die Gattung Picea, insbesondere Picea sitchensis, Picea pungens, Picea omorika, aber auch Picea abies und Picea engelmannii. Dabei wird der vorjährige Nadeljahrgang gelbgrün, z .T. gebändert, die Nadeln verbräunen und fallen ab, wobei ein wiederholter Befall die Bäume von innen nach außen verkahlen lässt und ihre Regenerationsfähigkeit und den Triebzuwachs stark vermindert. Lediglich der letzte Jahrestrieb bleibt unbeschädigt. Auch ist ein Absterben der Bäume dann möglich. Im Rostocker Stadtforstamt wurden mit dem starken Befall ca. 5 Hektar Weihnachtsbaumkultur unbrauchbar. Solitärbäume in Grünanlagen oder Vorgärten im gesamten Stadtgebiet mussten ebenfalls sehr zahlreich gefällt werden, da derart braune und kahle Bäume keine gestalterisch anspruchsvolle Funktion mehr erfüllen können.
Biologie
Die Laus ist ca. 1 - 2 mm groß und von grüner bzw. schmutzig grüner Farbe. Sie besitzt auffällig rote hervorstehende Augen. Sie bevorzugen lichtgeschützte Bereiche im Baum und saugen an der Unterseite der Altnadeln. Im März/April schlüpfen die Larven aus den Eiern, die einzeln an den Nadeln oder an der Zweigrinde überwintert haben. Nach ca. 3 Wochen entwickeln sich daraus fortpflanzungsfähige Stammmütter. Im Mai entstehen geflügelte Weibchen, die für eine weitere Ausbreitung sorgen, bevor im Juni/Juli ein Zusammenbruch der Population durch höhere Sommertemperaturen, veränderte Saftzusammensetzung im Leitgewebe und die Zunahme natürlicher Feinde erfolgt. Im Oktober gibt es dann einen erneuten Populationsanstieg.
Die adulten Tiere sind in der Lage, an der Wirtspflanze zu überwintern; lediglich ein Absinken der Temperatur unter -14°C bringt die Läuse zum Absterben. In milden Wintern beginnen die Tiere sofort mit der ungeschlechtlichen Vermehrung (lebende Jungtiere), die sich in milden Frühjahren fortsetzt und somit für ein Massenaufkommen sorgt.
Gegenmaßnahmen
Besonders gute Wachstums- bzw. Kulturbedingungen am Standort beugen einem Befall vor, weil die Bäume weniger Stressfaktoren ausgesetzt sind und damit eine erhöhte Widerstandskraft entwickeln. Bei den Picea-Arten ist dies vor allem eine optimale Wasserversorgung vor allem auch im Winter und Frühjahr.
Zu den natürlichen Feinden der Sitkafichtenlaus gehören u.a. Marienkäfer, Florfliegenlarven, Schlupfwespen und Schwebfliegenlarven, die sich jedoch naturgemäß zeitverzögert entwickeln und somit die Massenvermehrung und Schädigung nicht verhindern können. Allerdings hoffen die Rostocker Stadtgärtner und Förster auf eine deutliche Eindämmung der Läuse durch das Massenaufkommen an Marienkäfern im Jahre 2009 im Norden Deutschlands. Eine Bekämpfung mit Insektiziden ist im öffentlichen Grün praktisch kaum durchführbar und kommt, wenn überhaupt, nur in besonderen Einzelfällen in Frage.
So verbleibt momentan nur die Fällung stark geschädigter Bäume. Im Bestand sollten die betroffenen Bäume zuden regelmäßig beobachtet werden, da der Befall nicht immer zwangsläufig zum Absterben führt. Von den Pflanzenschutzämtern kam zusätzlich der Hinweis, dass die Widerstandsfähigkeit der Picea-Arten sehr unterschiedlich ist. Speziell bei P.sitchensis gibt es je nach Herkunft deutliche Unterschiede bezüglich der sekundären Inhaltsstoffe, der chemischen Struktur und der Nadeloberfläche. Diese Eigenschaften könnten sehr gut für Resistenzzüchtungen genutzt werden.
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 abgestorbene weibliche Tiere mit Eigelegen
 befallener Kronenansatz
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Die Wollige Napfschildlaus Pulvinaria regalis
Der nachstehende Text sind im AK-Stadtbäume erarbeitet worden, die Abbildungen stammen aus Hamburg.
Die Wollige Napfschildlaus ist wahrscheinlich aus Südostasien eingeschleppt worden und wird in Europa seit 1964 meist in Stadtgebieten registriert, also in Bereichen, in denen die Bäume durch 'Stress' schon geschwächt sind.
Der Schädling befällt vorwiegend Linden, Rosskastanie und Ahorn. Dabei können pro Baum 20.000 bis 30.000 Läuse vorkommen. Sie adulten Tiere besitzt einen fest mit dem Körper verbundenen Rückenschild. Die Larvenstadien sind als kleine weiße, ca. 2 mm große Punkte am Stamm und an den Ästen zu sehen.
Durch das feuchtwarme Klima in den Innenstädten breiten sich die Schädlinge rasch aus. Aus jedem Gelege schlüpfen 50 Jungtiere (Nymphen), die stammaufwärts wandern und sich saugend an der Blattunterseite einnisten.
Gegenmaßnahmen
Im Siedlungsraum können i.d.R. keine Pestizide eingesetzt werden. Das Besprühungen mit Ölen zeigt nur gegen die Jungstadien (Nymphen) der Wolligen Napfschildlaus Teilerfolge. Die Gelege können so nicht erreicht werden. Auch Hochdruckreiniger und Bürsten helfen nicht und können zu Rindenverletzungen führen.
Denkbar ist dagegen eine biologisch gesteuerte Verringerung über natürliche Feinde. Eine dunkel gefärbte Unterart der Marienkäfer (Exodomus quadripustulatus) und seine Larven sind erfolgreiche Fressfeinde der Napfschildlaus. Weitere Fressfeinde sind verschiedene Schlupfwespen wie Metaphycus helvolus.
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