Tätigkeitsbericht 2000/2001 des Arbeitskreises "Stadtbäume" der GALK
Schwerpunktthemen der Bearbeitung waren die nachfolgend aufgeführten
Bereiche:
Die Straßenbaumliste ist als erstes zu nennen, sie
verursachte einen hohen Aufwand in der Überarbeitung. Alle in den letzten Jahren
eingegangenen Vorschläge, Hinweise und Beobachtungen mussten geprüft, diskutiert
und verarbeitet werden. Jede Änderung zog in der Systematik eine Reihe von
Korrekturen nach sich. Es gab Streichungen, Aufwertungen, Abwertungen, aber auch
Neuaufnahmen. Der Abstimmungstermin mit dem Bund deutscher Baumschulen im
September 2000 brachte eine Fülle von Anregungen für die nächste Überarbeitung,
besonders im Hinblick auf die Erweiterung des Sortimentes.
Die Auswertung des sogenannten Härtetestes ist bereits in den Entwurf der
Liste eingearbeitet worden.
Besondere Beachtung sollte den Empfehlungen zur Verbesserung der
Wachstumsvoraussetzungen im städtischen Straßenraum geschenkt werden. Sie sind
ein Anhang zur Straßenbaumliste und berücksichtigen die wesentlichen Ergebnisse
der Forschungsarbeit "Bäume an Stadtstraßen" von Prof. Dr. Liesecke, Prof.
Lösken und Dr. Heidger. Die im Anhang aufgeführten Maßnahmen von 1 bis 4 sind
für die Praxis unbedingt zu empfehlen, ebenso auch die Qualitätsanforderungen an
Alleebäume.
Härtetest
Acht Großstädte haben gemeinsam mit dem Bundessortenamt 1993 13 "Neuheiten"
ausgesucht, die unter definierten Bedingungen vor Ort einem Härtetest unterzogen
worden sind. Die ersten verwertbaren Auswertungen sind im Sommer 2000
vorgenommen worden und haben bereits in der Straßenbaumliste 2001 Eingang
gefunden.
Diese Art der Beobachtung und Bewertung könnte fortgesetzt werden und zu
einer wertvollen Entscheidungshilfe für die Kolleginnen und Kollegen in den
Städten hinsichtlich der Verwendung von "neuen" Arten und Sorten der Alleebäume
führen.
Baumkataster
Hierzu wurde im Sommer 2000 eine Umfrage bei den deutschen Städten gestartet.
Der Rücklauf betrug 66 % - ein hervorragendes Ergebnis, was auf großes Interesse
schließen lässt. Erstmals gibt es fundierte Angaben über Baumbestände, besonders
die Straßenbäume in den Städten. Die Software, die Qualität der Baumkataster und
die Fülle der Eigenent-
wicklungen sind sehr unterschiedlich. Die Auswertung und die daraus zu
entwickeln-den Empfehlungen versprechen spannend zu werden, erfordern aber noch
viel Zeit.
Baumkontrolle
Die Empfehlungen zur Erstellung einer Dienstanweisung zur Baumüberprüfung
unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherung aus dem Jahre 1991 wird intensiv
diskutiert und überarbeitet. Ein konkretes Ergebnis konnte im April 2001
vorgelegt werden.
Schadorganismen an Bäumen
Ähnlich den Empfehlungen im Umgang mit Neophyten oder auch den Empfehlungen
im Umgang mit einheimischen und nichteinheimischen Gehölzen wird ein Papier über
10 wichtige Schadorganismen an Bäumen erarbeitet. Der Abschluss wird auch bei
dieser Empfehlung für den Sommer 2001 erwartet.
Richtlinie zum Schutz vor Baumunfällen
Dieses Papier wird in der ursprünglichen Form von der Forschungsgesellschaft
für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) nicht weiter verfolgt. Das ist zwar ein
schöner Erfolg und ich danke allen Kolleginnen und Kollegen, die mit Engagement
und Fachwissen dazu beigetragen haben. Inzwischen ist der Entwurf der
"Empfehlungen zum Schutz vor Unfällen mit
Aufprall auf Bäume (ESAB)" von der FGSV erarbeitet worden. Eine inhaltliche
Abstimmung mit der Forschungsgesellschaft Landschaftsbau Landschaftsentwicklung
(FLL) ist eingeleitet. Leider haben die Baumgegner immer noch zuviel Wind in den
Segeln. Zu nennen sind ein Rechtsgutachten von Prof. Dr. Manssen, Uni Regensburg
"Der Schutz vor Baumunfällen als Aufgabe der staatlichen
Straßen-(Bau-)Verwaltung", wonach jeder gegen das Grundgesetz Artikel 2, Absatz
2 verstößt, der Bäume in einem geringeren Abstand als 10 m von der Fahrbahnkante
entfernt (bei gerader Strecke - in Kurven kann sich der Abstand erheblich
vergrößern) pflanzt und eine Schrift des Gesamtverbandes der Deutschen
Versicherungswirtschaft e. V. Mitteilung Nr. 39 "Abstand von Bäumen zum
Fahrbahnrand". Es bleibt festzustellen, dass Deutschlands Straßenbäume schlechte
Aussichten für die Zukunft haben. Gerade deswegen ist jede Fachkollegin, jeder
Fachkollege aufgefordert, gegen die organisierte Straßenbaumfeindlichkeit mit
Kompetenz und Engagement anzugehen. Hier gibt es viel zu tun!
Kuratorium Baum des Jahres
Die GALK ist seit zwei Jahren Mitglied im Kuratorium Baum des Jahres und hat
die Chance, bei der Auswahl der Jahresbäume aktiv mitzuwirken. Die Mitglieder
zahlen Beiträge, was die GALK nicht kann. Der Beitrag der
Gartenamtsleiterkonferenz kann aber darin bestehen, dass die Kolleginnen und
Kollegen nicht nur die Faltblätter für den jeweiligen Jahresbaum bei der
Geschäftsstelle bestellen, sondern auch weitere fachlich hervorragende
Literatur. Siehe auch die Auflistung der Materialien im Märzheft von Stadt und
Grün.
Sprecher
Hartmut Tauchnitz .
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